BUND-Kreisgruppe Hagen

Die Volksinitiative Artenschutz fordert: NRW muss Vorreiter für naturverträgliche Landwirtschaft werden

12. November 2020 | Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Meinung

Die nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordern die Landesregierung auf, endlich in Sachen umweltgerechte Landwirtschaft aktiv zu werden.

Ökolandbau (links) macht den Unterschied: Vielfalt statt Monotonie. [Foto: Michael Goergens]

Weitere verlorene Jahre, die enormen Herausforderungen wie Artenschwund, Klimakrise und Höfesterben anzugehen, dürfe es nicht geben. Gerade auch wegen der enttäuschenden Reform der EU-Agrarpolitik gelte es nun, nicht auf Berlin oder Brüssel zu warten, sondern ‚jetzt erst recht‘ im eigenen Verantwortungsbereich diese Themen voranzubringen. Mit ihrer gemeinsamen Volksinitiative ‚Insekten retten – Artenschwund stoppen‘ – Artenvielfalt NRW‘ legen die Verbände wichtige Bausteine dafür vor.

„Fast die Hälfte der Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt, mit massiven Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Nordrhein-Westfalen muss deshalb Vorreiter für eine umweltgerechte Landwirtschaft werden“, so Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND. „Vielfältige Landschaften mit Feldgehölzen, Hecken und artenreichen Ackersäumen, breite Fruchtfolgen und vorbeugender Pflanzenschutz, eine deutliche Reduzierung von Pestiziden, leichtlöslichen Mineraldüngern und Gülle sind hierbei zentrale Ansatzpunkte.“ Der Ökolandbau wie auch engagierte konventionelle Bäuerinnen und Bauern zeigten in ihrer täglichen Arbeit, dass das geht. „Hiervon brauchen wir mehr! Wir fordern, dass die Landesregierung mit gutem Beispiel vorangeht und schnellstmöglich alle Grünland- und Ackerflächen im Eigentum des Landes ökologisch bewirtschaftet“, so Sticht.

Der Ökoanbau weist gegenüber konventionellem Anbau sowohl bei der Ackerflora (95 Prozent), bei Feldvögeln (35 Prozent) und blütenbesuchenden Insekten (23 Prozent) im Schnitt deutlich höhere Artenzahlen auf. „Die Landesregierung muss daher alle Register ziehen, die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten aus NRW dauerhaft zu steigern und neue Anreize für die Umstellung von Höfen hierauf zu schaffen“, so Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW. „Das Potenzial ist bei Weitem nicht erschöpft: Wir fordern, dass alle vom Land betriebenen Kantinen, Mensen und anderen Verpflegungseinrichtungen künftig verbindlich und vorrangig Erzeugnisse aus regionalem ökologischen Anbau und extensiver Weidehaltung beziehen. Das Land soll auch über Förderprogramme darauf hinwirken, dass Kommunen mit Blick auf Schulen und Kitas gleiches tun.“

„Landwirtschaft ist Wirtschaft. Die Nachfrage nach Bioprodukten aus NRW nachhaltig zu steigern und hierfür die strukturellen Voraussetzungen zu schaffen, wäre eine Win-Win-Situation und einmal eine ganz andere Art von Wirtschaftsförderung als die ständige Fokussierung auf Gewerbe und Industrie“, so der LNU-Vorsitzende Mark vom Hofe. „Wir fordern mit unserer Volksinitiative, bis zum Jahr 2030 25 Prozent der Anbauflächen in Nordrhein-Westfalen ökologisch zu bewirtschaften. Mit aktuell 6 Prozent Öko-Anteil an der landwirtschaftlichen Fläche liegt NRW im Bundesvergleich auf den hinteren Plätzen. (Zum Volksinitiative-Video über nachhaltige Landwirtschaft)

Hier geht's zur Homepage der Volksinitiative http://www.artenvielfalt-nrw.de/

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