BUND-Kreisgruppe Hagen

Der Flächenanteil der Naturschutzgebiete in Hagen ist nur halb so groß wie der in NRW. Was wollen Sie unternehmen, um ihn zu vergrößern?

Die Parteien sind in der Reihenfolge ihres Kommunalwahlergebnisses von 2014 aufgeführt
SPD Naturschutzgebiete dienen der Erhaltung der Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen und werden besonders dort angelegt, wo seltene Tiere oder Arten besonderer Vielfalt vorkommen. Hier fehlt uns das notwendige Fachwissen. Deshalb wollen wir mit dem Naturschutzbeirat und den Umweltschutzverbänden eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten, um die Anzahl der Naturschutzgebiete in Hagen zu erhöhen und/oder zu vergrößern.
CDU Für eine Großstadt ist der Anteil der Naturgebietsfläche unserer 23 Naturschutzgebiete beachtlich. Vorrangig wollen wir sie nachhaltig pflegen und in ihrer Schutzwürdigkeit aufrechterhalten. Neue Naturschutzgebiete brauchen gewisse Qualitäten. Einzig im Oberen Nimmertal sehen wir derzeit entsprechende Voraussetzungen für ein neues Gebiet. Das müsste allerdings bald geschehen. Wir sind aber auch offen für weitere konkrete Hinweise auf zusätzliche Flächen.
Bündnis90/Grüne Für eine Freizeitentwicklung am Hengsteysee wollen Teile von Politik und Verwaltung 34.000m² Wald und einen Teil des Naturschutzgebietes Uhlenbruch opfern. Dazu ein klares „Nein“. Naturschutzgebiete müssen ohne Einschränkungen geschützt, vernetzt, erweitert und auch ggf. neu ausgewiesen werden. Ein Teil der städtischen Waldflächen muss der natürlichen Entwicklung ohne menschliche Eingriffe überlassen werden. Weitere Flächen, z.B. in alten Steinbrüchen sollten unter Naturschutz gestellt werden.
Hagen Aktiv In der Stadt gibt es 24 NSG mit einer Gesamtfläche von 583,77 ha. Der Zustand dieser NSG ist nicht selten weit vom Sollzustand entfernt, zumal die notwendigen Pflegemaßnahmen nicht geleistet werden können. Zusätzliche NSG auszuweisen, um flächenmäßig einen Landesdurchschnitt zu erreichen, halten wir nicht für Ziel führend. Verweisen möchten wir in diesem Zusammenhang auch darauf, dass Hagen über die NSG hinaus Landschaftsschutzgebiete und geschützte Landschaftsbestandteile mit einer Ausdehnung von insgesamt 98,76 qkm (9876 ha) hat. Das ist mehr als die Hälfte der gesamten Stadtfläche.
Linke Hagen ist trotz seiner geografischen Lage und der Flächengröße der Stadt eine Stadt mit viel Grünflachen und Waldgebieten. Auch die Flüsse und Seen tragen zu einem positiven grünen Erscheinungsbild bei. Dennoch müssen wir feststellen, und das hat besonders der Sturm Kyrill im Januar 2007 gezeigt, dass die Grünflächen und der Wald so wie es jetzt ist nicht immer ausreichend ist. So wurden durch Monokulturen im Wald für den Orkan eine sehr gute Angriffsfläche geboten. Trotz des hohen Anteils an Privateigentümer ist es wichtig, dass wir den Wald und die verbundene Fauna nicht nur als Holzlieferanten betrachten, sondern ihn als Mischwald aufbauen und pflegen.
AFD Zunächst einmal muss man sehen, dass Hagen zu 42 % aus Wald besteht. Das ist in Westfalen der erste Platz! Naturschutzgebiete schützen leider nur Flächen, wenn es der Politik in den Kram passt. So nimmt man lässig die Flächen für riesige Windräder – auch in Hagen – einfach mal partiell aus einem Naturschutzgebiet heraus. Das ist eine Frechheit und sicher nicht vielen Umweltschützern bewusst. Das ist so, als würden Sie eine Ruhezone für Urlauber ausweisen auf deren Fläche ab und zu ein Hammerwerk steht mit dem Schild davor: „Hier keine Ruhezone!“ Aber für den Schutz unserer Natur setzt sich die AfD immer ein. Darum mögen wir keine Windräder!
FDP Hagen verfügt über mehr Wald- und Naturflächen als die meisten anderen Großstädte in NRW. Es ist für uns von großer Wichtigkeit dieses Potential zu nutzen und zu erhalten, egal ob ein Schutzstatus vorliegt oder nicht. Die Erlangung des entsprechenden Status ist ein langwieriger Prozess. Wir könnten uns jedoch vorstellen, dass z.B. im Rahmen der Renaturierung der Lenne ein solcher Status für Flächen im Lennetal angestrebt werden könnte.
BFHo/Piraten Hier bedarf es zunächst einer Analyse, warum dies so ist. Dabei könnte sich auch herausstellen, dass es keine weiteren schützenswerten Bereiche gibt – ob welche geschaffen werden könnten, ist ebenso zu prüfen. Wir sind gern bereit, diesbezügliche Untersuchungen einzufordern, weisen aber höflich darauf hin, dass wir derzeit nicht im Naturschutzbeirat vertreten sind.
Anzumerken ist, dass der Geltungsbereich der Stadt Hagen stolze 42 Prozent Waldfläche aufweist, wobei uns bewusst ist, dass bewirtschaftete Waldflächen nicht zwingend als ökologisch hochwertig zu bewerten sind.

Hier können Sie alle Antworten auf Wahlprüfstein 8 herunterladen.

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